Arbeitsweise und Methode: Das SELBST-Framework von Katrin Einicke
Wissen wird erst dann hilfreich, wenn Menschen einen Bezug zum eigenen Alltag finden.
Die meisten Menschen wissen bereits viel. Trotzdem sieht der Alltag oft anders aus. Nicht, weil dieses Wissen falsch wäre. Sondern weil allgemeines Wissen noch nichts darüber sagt, was in einer konkreten Situation gerade eine Rolle spielt.
Genau hier setzt das SELBST-Framework an. Es gibt eine verständliche Struktur, mit der eigene Arbeitssituationen betrachtet werden können — nicht als Therapie, nicht als Bewertung und nicht als Schablone.
Das SELBST-Framework in sechs Schritten
Sechs verständliche Leitfragen helfen dabei, in anspruchsvollen Situationen vom automatischen Reagieren wieder zu bewusstem Handeln zu kommen.
S
S – Stoppen
Was geschieht gerade? Beobachtung und erste Reaktion voneinander unterscheiden.
E
E – Erkennen
Welche Erwartungen wirken mit? Äußere und eigene Erwartungen klarer einordnen.
L
L – Lauschen
Was ist in dieser Situation wichtig? Relevante Informationen, Grenzen und Bedürfnisse wahrnehmen.
B
B – Bestimmen
Wie möchte ich damit umgehen? Eigenen Einfluss und notwendigen Klärungsbedarf unterscheiden.
S
S – Stärken
Was hilft mir, den Gedanken im Alltag wiederzufinden und eine hilfreiche Handlung zu verankern?
T
T – Transfer
Wo wird das für das nächste Gespräch, die nächste Entscheidung oder Aufgabe konkret?
Keine Schablone für Menschen
Das SELBST-Framework ist kein Persönlichkeitstest. Es teilt Menschen nicht in Typen ein und erklärt niemandem, wie er handeln sollte.
Was Teilnehmende daraus machen, bleibt bei ihnen.
Es gibt keine Pflicht zur persönlichen Offenlegung. Niemand wird innerhalb eines Gruppenformats therapeutisch begleitet. Das Modell schafft lediglich einen verständlichen Rahmen.
Warum das für Unternehmen relevant ist
Aus „Grenzen sind wichtig“ wird die Frage: Woran merke ich in meinem Arbeitsalltag, dass ich gerade wieder mehr übernehme, als dauerhaft gut ist?
Aus „Führung braucht Klarheit“ wird: Welche Verantwortung liegt tatsächlich bei mir, und was versuche ich zusätzlich aufzufangen?
Das SELBST-Framework auf einen Blick
| Schritt | Leitfrage | Bedeutung im Arbeitsalltag |
|---|---|---|
| Stoppen | Was geschieht gerade? | Beobachtung und Reaktion unterscheiden |
| Erkennen | Welche Erwartungen wirken mit? | Erwartungen klarer einordnen |
| Lauschen | Was ist wichtig? | Informationen, Grenzen und Bedürfnisse wahrnehmen |
| Bestimmen | Wie möchte ich damit umgehen? | Einfluss und Klärungsbedarf unterscheiden |
| Stärken | Was hilft mir? | Verbindung zum Alltag schaffen |
| Transfer | Wo wird es konkret? | Auf Gespräch, Entscheidung oder Aufgabe übertragen |
Wissenschaftlich fundiert. Verständlich übersetzt.
Das SELBST-Framework verbindet Erkenntnisse aus Psychologie, Verhaltenswissenschaft und Transferforschung. Ich verwende diese Grundlagen, um komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären.
So nutze ich das SELBST-Framework in meinen Formaten
Der rote Faden bleibt gleich. Die Gewichtung richtet sich nach Thema, Zielgruppe und Anlass.
Der nächste Schritt
Wenn das Thema in Ihrer Organisation gerade Raum braucht, schildern Sie mir die Situation. Ich ordne ein, was ich höre, und skizziere, welche Form der Begleitung passen könnte.
